Warum wir unser eigenes Klick & Bügelstudio bauen
Der Tag, an dem die Rechnung kam
Ich weiß noch genau, wie ich morgens meine Mails durchgegangen bin. Zwischen zwei Bestellbenachrichtigungen lag eine Nachricht von unserem Software-Anbieter. Neue Preisliste. Ich hab draufgeklickt, runtergescollt und dann nochmal hingeschaut. Die Lizenzkosten hatten sich vervierfacht. Nicht verdoppelt. Vervierfacht.
Ich saß da mit meinem Kaffee und dachte: Das kann doch nicht deren Ernst sein. Wir nutzen die Software seit Jahren für unsere personalisierbaren Bügelbilder im Shop. Sie macht ihren Job, mehr oder weniger. Aber für den vierfachen Preis? Da stimmt das Verhältnis einfach nicht mehr.
Als kleines Unternehmen rechnest du anders als ein Konzern. Jeder Euro zählt. Wenn eine Lizenz plötzlich das Vierfache kostet, hast du genau zwei Optionen: Schlucken oder eine Alternative finden. Ich hab mich für die Alternative entschieden. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass die Alternative "selber bauen" heißen würde.
Wenn Bug-Reports ins Leere laufen
Neben dieser Software hatten wir noch eine zweite im Einsatz. Andere Baustelle, ähnliches Problem. Die Software hatte Bugs. Nicht dramatisch, aber nervig im Alltag. Kleine Dinge, die sich summieren. Ein Feld, das nicht richtig speichert. Eine Vorschau, die manchmal falsche Farben zeigt. Solche Sachen.
Also hab ich gemacht, was man so macht: Bug-Reports geschrieben. Sauber dokumentiert, mit Screenshots, mit Schritten zum Nachstellen. Alles wie es sein soll. Ich hab mir Mühe gegeben, denn ich weiß als Entwickler, wie wertvoll ein guter Bug-Report ist.
Und dann? Nichts. Kein Fix, kein Update, nicht mal eine Antwort. Wochen vergingen. Monate. Ich hab nachgehakt. Wieder nichts. Irgendwann merkst du: Die interessiert das nicht. Du bist ein kleiner Kunde, dein Problem steht ganz unten auf der Liste. Oder gar nicht drauf.
Das frustriert. Nicht weil ich erwarte, dass alles sofort gefixt wird. Sondern weil ich als Entwickler weiß, wie einfach manche dieser Fixes wären. Du sitzt davor, du siehst das Problem, du weißt wie man es lösen könnte. Aber du darfst nicht ran, weil es nicht deine Software ist. Du bist abhängig von jemandem, der sich nicht kümmert.
Der erste Anlauf mit dem Studenten-Team
Die Idee, eine eigene Lösung zu bauen, hatte ich nicht zum ersten Mal. Vor ein paar Jahren hatte ich ein Team aus Studenten zusammengestellt. Gemeinsam haben wir versucht, etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen. Einen Konfigurator, mit dem Kunden ihre Motive selbst gestalten können. Name rein, Motiv wählen, Vorschau sehen, bestellen.
Ich sage bewusst "versucht". Denn fertig geworden ist es nicht. Wir sind an den typischen Problemen gescheitert, die man hat, wenn man so ein Projekt zum ersten Mal angeht. Die Anforderungen waren unklar, die Technik war neu, das Team hatte wenig Erfahrung mit Produktivsystemen. Das ist kein Vorwurf an die Studenten. Die haben gut gearbeitet. Aber ein Konfigurator, der im echten Shop unter Last funktionieren muss, ist nochmal eine andere Hausnummer als ein Uni-Projekt.
Was aber fertig geworden ist: mein Verständnis dafür, wo die Stolperfallen liegen. Welche Konzepte funktionieren, welche nicht. Wo man Zeit verliert. Wo man von Anfang an anders denken muss. Ich wusste danach zum Beispiel, dass die Bildverarbeitung der kritische Punkt ist. Nicht die Formulare, nicht das Layout. Die Bilder. Die müssen schnell gerendert werden, in der richtigen Auflösung, mit sauberer Freistellung.
Diese Erfahrung war Gold wert. Denn als ich mich jetzt hingesetzt habe, wusste ich schon, welche Wege in Sackgassen führen. Ich musste nicht jede Lektion nochmal lernen. Die meisten kannte ich bereits.
Warum ich es jetzt selbst mache
Irgendwann war der Punkt erreicht. Zu teure Lizenzen auf der einen Seite. Ignorierte Bug-Reports auf der anderen. Dazu die Erfahrung aus dem ersten Anlauf, die mir gezeigt hat, dass ich das Wissen für so ein Projekt mitbringe. Alles zusammen hat mich zu einem Entschluss gebracht: Ich baue unser eigenes Klick & Bügelstudio.
Klingt nach einem großen Projekt? Ist es auch. Aber als jemand, der jahrelang eine Software-Abteilung geleitet hat, weiß ich: Das Schwierigste ist nicht das Programmieren. Das Schwierigste ist, den ersten Schritt zu machen. Sich hinzusetzen und zu sagen: Ich fang jetzt an. Den Mut zu haben, etwas Eigenes zu bauen, statt sich über fremde Software zu ärgern.
Unser Klick & Bügelstudio soll genau das können, was wir brauchen. Nicht mehr, nicht weniger. Kein aufgeblähtes Tool mit tausend Funktionen, die niemand nutzt. Sondern etwas, das zu print2be passt. Das unseren Kunden ermöglicht, ihre Bügelbilder so einfach wie möglich zu personalisieren. Name drauf, Motiv wählen, Vorschau anschauen, bestellen. Fertig.
Und das Schöne daran: Wenn etwas nicht funktioniert, kann ich es selbst fixen. Kein Bug-Report, der ins Leere läuft. Kein Warten auf Updates, die nie kommen. Ich setze mich hin, finde das Problem, löse es. Am nächsten Tag ist es live. So soll das sein.