Wenn’s zu heiß wird – ein kleiner Ausflug in die Welt der welligen Folien 🔥
Neulich hat uns ein Anwenderfoto erreicht, das wir so noch nicht gesehen haben. Die Folie wirkte verzogen – ein klassisches Zeichen dafür, dass beim Pressen ordentlich Hitze im Spiel war.
Denn wenn sich eine Folie wellt, dann bedeutet das meist: zu heiß gepresst. Und wenn sich die Folie verzieht, dann verzieht sich leider auch das Motiv. Und das wollen wir schließlich alle nicht.
Dieses Verhalten erinnerte mich an frühere Foliengenerationen, die wir einmal verwendet haben. Damals war das Ganze ein ziemlich schmaler Grat:
Die richtige Temperatur zum Pressen auf der einen Seite – und auf der anderen Seite das Risiko, dass die Folie schlicht anfängt zu schmelzen.
Hinzu kam, dass nicht nur die Temperatur eine Rolle spielte, sondern auch die Pressdauer. Ein paar Sekunden zu viel konnten schon dafür sorgen, dass sich die Folie verzieht oder unschöne Effekte entstehen.
Wenn der Kleber gelb wird👀
Auf dem eingesendeten Foto gab es noch ein weiteres Detail:
Auf dem Textil war ein gelblicher Film zu sehen.
Das ist ebenfalls ein ziemlich deutlicher Hinweis auf zu viel Hitze. In solchen Fällen kann es passieren, dass der Kleber regelrecht „verbrennt“. Dieses Phänomen kenne ich ebenfalls noch aus alten Produktionszeiten.
Unser damaliger Kleber hatte eine kleine Eigenheit:
Wenn der Ofen falsch konfiguriert war, konnte er sich bereits im Gelierteil des Druckprozesses verfärben.
Und das ist besonders ärgerlich in der Produktion. Warum?
Weil man es oft erst ganz am Ende merkt.
In einer Rolle-zu-Rolle-Produktion steht schließlich niemand dauerhaft hinter der Maschine und schaut jeden Zentimeter an. Vorne hängt eine Rolle mit Folie, die durch die Maschine läuft – und hinten steht ein Wickler, der alles wieder aufrollt.
Wenn sich also im Prozess etwas verändert, sieht man das manchmal erst am Schluss. Und dann bedeutet das im schlimmsten Fall:
Der komplette Drucklauf ist für die Tonne.
Mit dem Wissen von früher und der Neugierde darauf, wie es zu der gewellten Folie kommen konnte, haben wir angefangen zu testen
Wir haben uns die Frage gestellt:
Wie viel Hitze halten unsere aktuellen Materialien eigentlich wirklich aus?
Zur Erinnerung:
Früher haben wir Cold-Peel-Folien genutzt.
Heute arbeiten wir ausschließlich mit Hot-Peel-Folien – die sich übrigens auch problemlos kalt abziehen lassen. 😉
Also haben wir angefangen zu experimentieren.
Test 1 – Bügeleisen auf Maximum
- Bügeleisen so heiß wie möglich
- 10 Sekunden Presszeit
Ergebnis: Keine Wellen.
Test 2 – mehr Zeit
- 25 Sekunden
Ergebnis: Immer noch keine Wellen.
Test 3 – Chaos-Modus
- Ohne Backpapier
- 30 Sekunden
- Mit Dampf
- Stoff vorher vorgedampft
Ergebnis: Keine Wellen.
Langsam wurde es interessant.
Endgegner: Heizpresse 💪
Also bin ich schließlich an die Heizpresse gegangen und habe beschlossen, es wirklich darauf anzulegen.
215 °C.
30 Sekunden.
Das ist schon ziemlich nah an „Alles, was geht“.
Und was soll ich sagen?
Keine Wellen.
Kein Schmelzen der Folie.
Kein Drama.
Ehrlich gesagt:
Ich konnte es nicht reproduzieren. Wir konnten uns nicht erklären, was passiert ist, wie sich die Folie auf dem Anwenderfoto verziehen konnte.
Das fuchst mich ein bisschen 🦊
Denn mein Ziel ist eigentlich ein ganz anderes:
Ich möchte, dass ihr mit unseren Materialien ein möglichst einfaches und professionelles Ergebnis bei der textilen Gestaltung habt.
Wenn irgendwo etwas nicht so funktioniert, wie es sollte, möchte ich verstehen warum.
Deshalb unsere Bitte 🙌
Sollte sich unsere Folie bei dir einmal wellen oder verziehen, dann hilf uns bitte bei der Fehlersuche.
Schickt uns:
- 📷 Fotos
- oder noch besser🎥 ein kurzes Video
Dann können wir gemeinsam nachvollziehen:
- welche Einstellungen verwendet wurden
- was genau passiert ist
- und warum es dazu gekommen sein könnte.
Denn eines ist sicher:
Je mehr wir darüber wissen, desto besser können wir dafür sorgen, dass eure Motive glatt bleiben – und eure Ergebnisse genauso aussehen, wie ihr es geplant habt.